Loverboys - 04.12.2012

Loverboys: Vom Liebhaber zum Zuhälter

Loverboys erscheinen nach außen als ganz „normale“ junge Männer im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Sie treten als Einzeltäter auf oder arbeiten zusammen in kleinen Gruppen. Sie gaukeln jungen Mädchen die große Liebe vor, sie machen ihnen Geschenke und fahren sie mit dem Auto durch die Gegend. Sie zeigen sich den Mädchen zunächst einfühlsam und verständnisvoll, machen ihnen deutlich, dass sie alles für sie tun würden. Gleichzeitig isolieren sie die Mädchen von ihren Freunden und Eltern. Sie machen die Mädchen finanziell abhängig, setzen sie sie unter Drogen misshandeln und missbrauchen sie und zwingen sie schließlich dazu, sich für sie zu prostituieren.

Ihre Opfer: Jedes Mädchen kann einem Loverboy zum Opfer fallen. Meistens suchen sich Loverboys gezielt junge Mädchen ab 11 Jahren. Sie bevorzugen leicht beeinflussbare, unsichere Mädchen aus schwierigen Lebenssituationen, wie zum Beispiel Mädchen, die einen Angehörigen verloren haben oder Mädchen aus zerstrittenen Familien.

Niemand bekommt etwas mit:

Während die Mädchen im Hintergrund sexuell ausgebeutet werden, achten ihre Liebhaber vordergründig darauf, dass die Mädchen ihren möglichst gewohnten Tagesablauf nachgehen. Sie verfolgen weiterhin die Schule. In den Freistunden und am Abend müssen sie anschaffen.

Bei dem Phänomen Loverboys handelt es sich also um Mädchenhandel. Welches Ausmaß das Ganze hat ist ungeklärt. In den Niederlanden wird bereits seit 15 Jahren offen über das Problem diskutiert. Die Zahl der Betroffenen in unserem Nachbarland wurde für das Jahr 2010 auf 2500-5000 geschätzt. In Deutschland ist das Phänomen erst weniger bekannt. Sicher ist jedoch, dass Loverboys kein nur niederländisches Phänomen ist. 2010 wurde in Düsseldorf die Elterninitiative EILOD e.V. (Elterninitiative Loverboy in Deutschland) gegründet, die bereits mit zahlreichen betroffenen Mädchen und junge Frauen in Deutschland in Kontakt stehen. Darüber hinaus ist von einer großen Dunkelziffer auszugehen. Die Mitarbeiterinnen von EILOD haben sich zudem zur Aufgabe gemacht, präventiv gegen die Masche Loverboy vorzugehen. So gaben sie erste Informationsveranstaltungen und es entstanden erste Medienberichte in Bild, Welt, Süddeutsche, WDR und RTL.

Auch in Siegen wurde die Thematik erstmals in Fachkreisen diskutiert.

Bei einer Informationsveranstaltung im Februar 2012 machten wir im Kreis Siegen-Wittgenstein und Olpe nun öffentlich auf das Thema Loverboys aufmerksam.

 

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.no-loverboys.de

zurück zur Übersicht