Viel Aufklärungsarbeit geleistet - 22.12.2014



KREUZTAL     25 Jahre Beratungsstelle für Mädchen in Not / Trägerschaft wird wechseln

An die Einrichtung in Kreuztal werden rund 100 Fälle im Jahr herangetragen.

 nb. „Die nächste Beratungsstelle dieser Art ist in Köln.“ Die Aussage von Dr. Verena Lüttel verdeutlichte, wie wichtig die Existenz der Beratungsstelle für Mädchen in Not in Kreuztal für die Region ist.

     Die Beratungsstelle bietet bekanntlich Hilfe und Angebote für Mädchen und junge Frauen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Und das seit inzwischen 25 Jahren. Zeit, für Geschäftsführerin Dr. Lüttel und die Mitarbeiterinnen zurück zu blicken auf der Erreichte und ihre Arbeitsweise zu erläutern. Am 1. Januar 1990 eröffnete die Einrichtung – damals noch an der Marburger Straße. Mittlerweile ist sie an der Moltkestraße beheimatet, wo pro Jahr etwa 100 Fälle an die derzeit zwei Beraterinnen – die Sozialpädagoginnen Jessica Schmidt und Duygu Gözler – herangetragen werden.

     Der Erstkontakt erfolgt meist telefonisch und vermehrt auch per E-Mail. „Jugendliche wenden sich oft selbstständig an uns“, so Dr. Lüttel. Bei kleineren Kindern hingegen kämen natürlich die Bezugspersonen. Es folgen persönliche Gespräche, sozialpsychologische und sozialpädagogische Betreuung und Beratung sowie die Begleitung zu Stellen wie Polizei oder Gericht. Dabei erfolgten jegliche Schritte selbstverständlich auf freiwilliger Basis, unterstrich Dr. Lüttel. Eine Jugendliche könne man schließlich nicht dazu zwingen.

     Neben der Betreuung der hilfesuchenden Mädchen und Frauen führt die Beratungsstelle auch Präventions- und Informationsveranstaltungen durch, zum Beispiel an Schulen (ab der 4. Klasse), für Elterngruppen oder für pädagogische Fachkräfte. Außerdem haben Jessica Schmidt und Duygu Gözler einen Lehrauftrag an der Universität Siegen, wo sie eine Veranstaltung zum Thema „Prävention sexueller Gewalt“ anbieten.

     „Wir haben viel Aufklärungsarbeit geleistet“, fasste Geschäftsführerin Lüttel mit Blick auf das 25-jährige Bestehen der Einrichtung zusammen. Sie selbst wird zukünftig „sehr viel kürzer treten“. Ab Ende März 2015 wird die Trägerschaft der Beratungsstelle für Mädchen in Not vom Verein Ifpake, dessen Vorstandsvorsitzende Verena Lüttel ist, auf die gemeinnützige GmbH Alternative Lebensräume übergehen. Deren Geschäftsführerin Sonja Becker unterstrich einmal mehr die Wichtigkeit der Arbeit auf einem „sehr anspruchsvollen Feld“.

     Damit diese Arbeit fortgesetzt werden kann, spielt natürlich auch immer wieder die Finanzierung der Beratungsstelle eine Rolle. Zwar stellt der Kreis Siegen-Wittgenstein finanzielle Mittel zur Verfügung und Zuschüsse kommen zudem von den Städten Siegen und Kreuztal, aber diese reichen nicht aus. Daher ist die Beratungsstelle zusätzlich auf Spenden angewiesen.

Siegener Zeitung, 22. Dezember 2014

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