Herbstfest 2013 Vielfältige Aufgabengebiete präsentiert - 05.10.2013



Einen Second-Hand-Basar mit Taschen und Accessoires gab es beim Herbstfest zum Stöbern und Shoppen.

Verein Ifpake lud in die Beratungsstelle ein / Landfrauen übergaben wieder eine Spende

 

Sib Kreuztal. Nervige Sprüche, doofe Kommentare – die meisten Mädchen kennen das aus der Schule und der Freizeit. Wie man diesen Situationen begegnen kann, Tipps und Tricks, wie man sich dagegen wehren kann, konnten die Besucherinnen der Schnupperkurse in Selbstverteidigung für Mädchen lernen, die jetzt beim Herbstfest der Beratungsstelle für Mädchen in Not in der Moltkestraße angeboten wurden.

   Ein toller Second-Hand-Basar mit allerlei Handtaschen, Schmuck und Accessoires zum Shoppen mit der besten Freundin oder den Eltern, ein Tagesbistro mit Leckereien vom Förderverein und natürlich jede Menge Gelegenheit zum Kontakt mit den Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle und ihren Angeboten standen überdies im Zentrum.

   Die Mitarbeiterinnen des Landfrauen-Ortsvereins Kreuztal-Freudenberg kamen vorbei und überreichten einen symbolischen Scheck über 1200 Euro, der über Einnahmen mit Kuchenverkauf bei den letzten beiden Natur- und Bauernmärkten in Kreuztal zusammen gekommen war. Insgesamt haben die Landfrauen in den vergangenen Jahren bereits 7800 Euro an die Beratungsstelle gespendet. „Wir sind auf solche Zuwendungen dringend angewiesen, die Zuschüsse von Kreis und Stadt allein reichen nicht aus, um die regelmäßige Arbeit der Beratungsstelle aufrecht erhalten zu können“, führte Dr. Verena Lüttel, Gründerin und Vorsitzende des Trägervereins Ifpake, aus und bedankte sich herzlich bei den Landfrauen Gundrun Hüster, Ingrid Kattenbach und Karin Daschke für ihre Unterstützung. Die drei Damen informierten sich so wie viele andere Besucher des Herbstfestes bei Dr. Lüttel und den beiden Sozialpädagoginnen Maren Niemeyer und Jessica Schmidt über die Arbeit der Beratungsstelle.

   Rund 100 Beratungsgespräche im Jahresdurchschnitt zählen die Mitarbeiterinnen, hinzu kommen ungezählte Telefonate, Gespräche mit Bezugspersonen wie Eltern, Lehrern, Sozialarbeiterinnen. Der Bedarf an der Arbeit der Beratungsstelle sei nach wie vor hoch, wussten die Mitarbeiterinnen zu berichten. Hauptthema bei den Beratungsgesprächen ist sexuelle Gewalt gegen die jungen Mädchen und Frauen, wobei gut 99 Prozent davon im direkten familiären Umfeld vorkommen.

   Obwohl es die Beratungsstelle seit 1990 gibt und sie 2014 ihr 25-jähriges Bestehen feiert, gibt es immer noch viele Menschen, die nichts davon wissen, stellt die Vorsitzende in Gesprächen immer wieder fest. Dabei wird viel getan, um die Bevölkerung für die Arbeit zu sensibilisieren, beispielsweise beteiligt sich die Beratungsstelle an den Ferienspielen, es gibt Kindersprechstunden an Schulen mit niedrigschwelligen Ansprechmöglichkeiten, wo durchaus auch Jungs betreut werden.

   Die Beratungsstelle betreibt eine Leihbücherei, es werden Selbstverteidigungskurse angeboten und es gibt Einführungsveranstaltungen in die Prinzipien präventiver Erziehung für Eltern und Fachkräfte sozialer und pädagogischer Arbeit. Auch mit den Mitarbeitern für Opferschutz und Gewaltprävention der Polizei wird zusammen gearbeitet. Oberstes Gebot sind bei allem die Vertraulichkeit und Anonymität für die Hilfesuchenden.

Siegener Zeitung 05.10.2013 (Foto(s): Simone Jurisch)

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